Die transkutane elektrische
Nervenstimulation (TENS) ist eine Therapie vornehmlich zur
Schmerzbekämpfung. Durch Anlegen eines ungefährlichen Stromes werden
Nerven stimuliert und somit Schmerzen gelindert.
Was sind Schmerzen?
In Deutschland leiden ca. 15 Millionen Menschen unter chronischen
Schmerzen. Bestehen diese Schmerzen über längere Zeit, tritt, unabhängig
von ihrer Ursache, die so genannte Schmerzkrankheit auf, die ein eigenes
Krankheitsbild darstellt. Sie ist Ausdruck für starke körperliche und
seelische Belastung, unter der die Schmerzpatienten leiden.
Die häufigsten Schmerzen stellen die Kopfschmerzen wie z. B. die Migräne
sowie die Schmerzen des Bewegungsapparates dar, wie etwa Rücken- oder
Gelenkschmerzen. Nicht immer ist es möglich, die eigentliche Ursache der
Schmerzen zu behandeln. Trotzdem müssen die Schmerzen so schnell und
wirksam wie möglich therapiert werden. Aktuelle Forschungen belegen,
dass, Schmerzen mit zunehmender Dauer, entsprechend schneller eintreten
und empfunden werden. Eine Gewöhnung an Schmerzen gibt es nicht.
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Schmerzbehandlung
Häufig werden Schmerzen mit Hilfe von Medikamenten, so genannten
Analgetika, behandelt. Insbesondere bei chronischen Schmerzen, die über
einen längeren Zeitraum anhalten oder immer wieder auftreten, kann eine
medikamentöse Therapie bei langfristiger Einnahme zu Nebenwirkungen
führen. Es ist daher sinnvoll, ergänzend zu den Medikamenten oder an
ihrer Stelle andere Formen der Schmerzbekämpfung anzuwenden. Dazu zählen
neben der TENS-Therapie, die Akupunktur oder die physikalischen
Therapien, wie Krankengymnastik, Entspannungsverfahren, Hypnose,
Biofeedback, Neuraltherapie und andere.
Die moderne Medizintechnik bietet bereits seit einigen Jahrzehnten die
Transkutane Elektrische Nerven - Stimulation (TENS) an, die Schmerzen
effektiv lindert, die regionale Durchblutung von Muskeln fördert und
diese entspannt sowie die Ausschüttung von Endorphinen anregt.
Triggerpunkte werden durch aufgeklebte Elektroden-Pads mit Reizstrom
stimuliert. Das Prinzip der TENS-Behandlung basiert darauf, dass die
schmerzleitenden Nerven nicht mehr in der Lage sind, Schmerzimpulse ans
Gehirn weiterzuleiten: Bei der Reizstrombehandlung werden Endorphine
ausgeschüttet. Diese besetzen die Rezeptoren, die dann nicht mehr von
den schmerzimpulse-weiterleitenden Botenstoffen genutzt werden können.
Die schmerzstillende Wirkung bezieht sich damit nicht nur auf das lokale
Behandlungsgebiet. Die sanften Impulse entsprechen der natürlichen
Bioelektrizität im Körper und sind daher völlig risikolos. Ausnahme:
Menschen mit Herzschrittmacher.
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Einsatzgebiete der TENS
- Kopfschmerzen
(Spannungskopfschmerzen und Migräne)
- Schmerzen des Bewegungs- und
Stützapparates
- Wirbelsäulenschmerzen,
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
- alle Schmerzarten durch
Überlastung
- Abnutzung, Reizung, Entzündung
der Knochen,
- Tennisarm
- Rheumatische Schmerzen
- Nervenschmerzen
- Trigeminusneuralgie
- Ischialgie
- Hexenschuss
- Phantomschmerzen
- Narbenschmerzen
- Juckreiz
- Krebs- und Metastasenschmerzen
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Die Wirkung von TENS
Durch die TENS-Behandlung werden bestimmte Nerven angeregt, was zur
Ausschüttung schmerzhemmender Substanzen in unserem Gehirn und
Rückenmark führt. So wird ein natürlicher, körpereigener Mechanismus mit
schmerzlindernder Wirkung angeregt. Je häufiger die Behandlung
durchgeführt wird, desto länger kann die schmerzlindernde Wirkung
anhalten: von Stunden bis zu Tagen.
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TENS ist nicht
anzuwenden bei:
Prinzipiell ist die Behandlung bei fast allen Patienten möglich. Bei
folgenden Personen muss die ärztliche Zustimmung vor Behandlungsbeginn
eingeholt werden:
- Träger von Herzschrittmachern oder
anderen elektronischen Implantaten
- Schwangere
- Epileptiker
- Auf Wunden und erkrankten
Hautstellen dürfen keine Elektroden angebracht werden
- Metallimplantate bei Verwendung von
Impulsen mit Gleichstromanteil (Elektrolyse-Gefahr). Bei Verwendung
der AKS-Schaltung ist diese Gefahr deutlich vermindert.
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TENS-Geräte
Je nach Modell lassen sich über Regler verschiedene Parameter einstellen
oder über eine Tastatur Programme aufrufen:
- die Frequenz, also die Zahl der
Stromimpulse in der Sekunde
- die Impulsbreite (die Dauer eines
Einzelimpulses)
- die Intensität (Stromstärke)
Diese Einstellungen haben Einfluss auf
die Wirkart, Wirkdauer und die Eindringtiefe des Reizstroms. Die
Einstellungen werden vom Arzt, der das Gerät wie ein Medikament auf
Rezept verordnen kann, festgelegt, so dass der Patient nur noch die
Intensität reguliert. Dies vereinfacht dem Umgang mit dem Gerät deutlich
und verhindert Bedienungsfehler.
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Sitzungsdauer und Häufigkeit der Anwendung
Die Mindestdauer einer Behandlung beträgt 30 Minuten.
Bestimmte Schmerzformen wie die Nervenschmerzen (=Neuralgien) erfordern
deutlich längere Behandlungszeiten.
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Akute Schmerzen
Täglich sollte wenigstens einmal behandelt werden, aber auch mehrere
Anwendungen an einem Tag sind möglich. Von pausenloser Dauerstimulation
ist eher abzuraten, da Gewöhnungseffekte die Wirkung mindern können.
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Chronische Schmerzen
Die Behandlungen können täglich oder in größerem Abstand erfolgen. Gemäß
des Charakters der Erkrankung sind Langzeittherapien über Jahre hinweg
nicht selten.
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Ablauf der TENS-Verordnung
Nach erfolgreicher Austestung der Stimulation mit den entsprechenden
Parametern und der Elektrodenanlage in der Praxis, bekommt der Patient
ein Gerät typischerweise für 3 Monate zur Probe durch den Arzt
rezeptiert. Hierbei muß der Patient, sofern er nicht privat versichert
ist, nur die üblichen Rezeptgebühren für Hilfsmittel selbst übernehmen.
Die weiteren Kosten werden von seiner Krankenkasse übernommen. Im
Anschluss an die Probezeit wird bei Erfolg die Verordnungsdauer über ein
Folgerezept verlängert oder ggf. je nach Erkrankung auch ganz von der
zuständigen Krankenkasse übernommen.
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Vorteile
der elektrischen Nervenstimulation
Der Vorteil von TENS liegt in der praktisch nebenwirkungsfreien Therapie
und in der möglichen Heimanwendung durch den Patienten. Ist die Therapie
erfolgreich, kann die Medikamenteneinnahme reduziert oder ggf. auf sie
verzichtet werden.
- Ständige Verfügbarkeit der Schmerz-
oder Entspannungstherapie außerhalb der Arzt- oder Physio-Praxis
- Hohe Effektivität in der
Muskelentspannung und Schmerzlinderung
- Mögliche Reduktion von Analgetika
durch Einbinden der TENS-Behandlung in das Schmerzmanagement
- Einfache Anwendung ohne
Nebenwirkungen
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